Dienstag, 12. Februar 2013

Eisschrauben Vergleich - Grivel Ice Screw 360, Black Diamond Express Ice Screw, Petzl Charlet Laser Sonic

Auf einen Blick

Hersteller: Petzl, Grivel, Black Diamond

Produkt-Art: Eisschrauben mit Kurbel

Einsatzbereich: Eisklettern und Hochtouren

Eigenschaften der getesten Eisschrauben:
- mit Kurbel oder ähnlich
- Länge 16 bzw 17 cm
- aus hochwertigem Stahl

Preise (UVPs):
- Black Diamond Express Ice Screw-16cm, 49,90€
- Grivel Ice Screw 360°-16cm, 74,90€
- Petzl Charlet Laser Sonic-17cm, 47,90€

Erhältlich bei: VerticalExtreme

Testbericht Eisschrauben

Eisschrauben im Vergleichstest
Alle getesteten Eisschrauben auf einen Blick
Der Test wurde an relativ weichem Eis im Sellrainer Kühtaibacherl Eisfall durchgeführt, wobei nur auf das praktische Handling geachtet wurde und davon ausgegangen wird, dass alle Schrauben im Sturzfall ähnliche Sicherheit bieten.
Alle Schrauben wurden mittels dem Black Diamond Ice-Clipper am Gurt befestigt und aus der Kletterstellung heraus gesetzt.


Am Gurt:
Es stellte sich heraus, dass die Kombination verschiedener Schrauben am Clipper sehr ungünstig für Ordnung am Gurt ist. Es ist sinnvoller bei einem Schraubentyp pro Clipper zu bleiben. Die Black Diamond Schrauben lassen sich sehr gut so anordnen, dass die Spitzen nach hinten zeigen und Hose und Oberschenkel beim Hochsteigen nicht beschädigen. Die Grivel Schraube hängt aufgrund der anderen Position der Lasche relativ senkrecht am Gurt und sollte daher an einer Mterialschlaufe weiter hinten am Gurt befestigt werden um nicht zu stören. Sehr zu empfehlen ist die Kombination der Grivel 360 mit dem Eisschraubenholster "Pan Pipe" von Grivel. Die Petzl Schraube lässt sich mit der beiliegenden Ice Flute überall am Gurt perfekt positionieren und auch schnell und einfach aus der Kletterstellung entnehmen. Eine zusätzlich Verwendung eines Clippers wäre hier überflüssig.

Setzen:
Alle drei Schrauben lassen sich sehr angenehm setzen, wobei die Black Diamond Kurbel am praktischten zu handhaben ist. Die Grivel Kurbel ist etwas unpraktisch mit einer Hand aufzuklappen und geht streng, allerdings beißt die Schraube sehr früh und lässt sich sehr schnell ansetzen. Wenn die Kurbel dann ausgeklappt ist, ist die Schraube sehr schnell im Eis versenkt. Ein weiterer großer Vorteil der Grivel Eisschraube: Durch die klappbare Kurbel lässt sich die Schraube sehr gut in Ecken oder an anderen schwierigen Stellen setzen - ein enormer Vorteil beim Wasserfallklettern. Die Petzl Schraube lässt sich trotz der nicht ganz so scharfen Zähne leicht setzen und gut eindrehen. Allerdings ist die Lasche mit dickeren Handschuhen schwerer zu bedienen als die Kurbeln der anderen beiden Eisschrauben.

Vergleich der Eisschrauben

Black Diamond Express Ice Screw
Black Diamond Express Ice Screw
- kleine Kurbel
- 2 Löcher zum Einhängen der Karabiner
- Farbmarkierung für die verschiedenen Längen
- orange Plastikkappe zum Schutz der Zähne und Netz zum Schutz des Gewindes
- Zähne sind im Auslieferungszustand scharf

Grivel Ice Screw 360
Grivel Ice Screw 360°
- große, wegklappbare Kurbel
- durch die wegklappbare Kurbel an schwierigen Stellen setzbar
- gelbe Plastikkappe zum Schutz der Zähne
- Zähne sind im Auslieferungszustand sehr scharf
- spezielle Fertigungstechnik ermöglicht eine superglatte Oberfläche --> kein Eispfropf + Einsatz bei extremer Kälte
- Farbmarkierung für die verschiedenen Längen

Petzl Charlet Laser Sonic

Petzl Charlet Laser Sonic
- drehbare Lasche dient als Kurbel
- gelbe Plastikkappe zum Schutz der Zähne
- Zähne sind im Auslieferungszustand nicht so scharf wie bei den anderen Marken
- kommt mit Ice Flute zur Aufbewahrung und zum Transport am Gurt

 



Fazit

Alle drei Schrauben können überzeugen, wobei jede einzelne Schraube ihren bevorzugten Einsatzbereich hat, in dem sie am besten performt.
Die Black Diamond ist ein wahrer Allrounder und ist fürs Wasserfallklettern genauso gut geeignet wie für Gletschertouren - sie punktet sowohl am Gurt wie auch beim Setzen.
Die Grivel Eisschraube ist die beste Wahl für ambitionierte Eiskletterer die häufig in steilem Wasserfalleis unterwegs sind, weil sie sich durch den hervorragenden Schliff auch bei sehr hartem Eis garantiert kraftsparend setzen lässt. Zudem kann die Schraube dank der klappbaren Kurbel auch in Nischen, Ecken und anderen schwierigen Stellen problemlos gesetzt werden.
Die Petzl Eisschraube werde ich für Gletschertouren nutzen, weil sie dort in der Ice Flute perfekt geschützt und trotzdem schnell einsatzbereit ist und dabei die Schärfe als auch die Kurbelkonstruktion nicht so ausschlaggebend ist.

- Text by Marco Meier

Donnerstag, 29. November 2012

Boreal Kintaro - Kletterschuhe



Auf einen Blick 

Hersteller: Boreal

Art: Kletterschuhe für steile Sportklettereien

Einsatzbereich: Sportklettern, Indoor, Wettkampf

Highlights:
- extrem klebrige und haltbare Sohle
- präzises Antreten durch gut pointierte Schuhspitze
- perfekte Verarbeitung
- für einen High-End Schuh recht komfortabel

Preis- / Leistungsverhältnis: gut 

Erhältlich bei: VerticalExtreme

Testbericht

Sieht man in Magazinen wie "Klettern" oder "Bergsteiger" die Werbung des neuen Boreal Kintaro stellt sich jedem Kletterer die Frage, was es mit diesem Spezialgummi auf sich hat, der zwei Schuhe ohne äußere Krafteinwirkung an den Spitzen aneinander kleben lässt. Genau dies erregte bei mir das Interesse, mir diesen Schuh mal genauer anzuschauen.

Der Boreal Kintaro spielt mit seinem Preis von knapp 125 Euro in der Spitzenliga der Kletterschuhe mit – jedoch ist dieser Preis aufgrund der perfekten Verarbeitung in Handarbeit für diesen High-End Kletterschuh angemessen. Jede Naht und jede Verklebung ist perfekt, ein beeindruckender Beweis der spanischen Handwerkskunst. Aber nun zum Punkt mit der klebrigen Schuhspitze: Als ich den Schuh im Klettershop meines Vertrauens in der Hand hielt, war es das erste was ich ausprobieren wollte. Und ob man es nun glaubt oder nicht, die beiden Schuhe hafteten aneinander wie in der Werbung versprochen.

Doch sollte ich mir einen neuen Kletterschuh kaufen, nur weil die Spitzen aneinander haften? Natürlich nicht! So ging es erstmals in die Kletterhalle, um dort etwas Gefühl für den neuen Schuh zu bekommen, um damit später am Fels viel Spaß zu haben. Die sehr gute Passform an der Schuhspitze, an der Ferse und an den Flächen des äußeren Fußes fielen mir beim ersten Tragen sofort sehr positiv auf, da sie ein solides und sicheres Ansteigen auf kleinsten Tritten verspricht. Da es aber mein Hauptziel war den Schuh im Outdoor-Bereich einzusetzen um dort die oftmals sehr kleinen und schmierigen Tritte anzusteigen, ging es den Tag darauf gleich hinaus in mein Hausgebiet an die Geisterschmiedwand, um dort in eines meiner Projekte zu starten. Auch hier kann ich nur positives über den Kintaro berichten, da die Spitze wirklich sehr präzise auf kleinsten Tritten steht. Der Verschleiß der Zenith Sohle ist nach 3 Monate regelmäßigem Einsatz am Fels und in der Halle als sehr gering einzustufen. Die ungewöhnlich geformte Ferse hookt sehr gut, was mich Anfangs erstaunt hat. Der Druck auf die Ferse ist aufgrund der relativ dicken Gummikappe sehr komfortabel. Gerade bei Hook -lastigen Touren in der Halle ein Pluspunkt. Ist gefühlvolles Hooken gefragt hat der Schuh jedoch das Nachsehen.

Was allgemein bei Boreal Schuhen ab und an bemängelt wird ist die steife Sohle, die wenig Rückmeldung über die Beschaffenheit des Trittes gibt. Diesen Kritikpunkt muss man so stehen lassen, tatsächlich ist die Sohle recht steif. Das muss aber kein Nachteil sein. Für den Einsatzbereich für den der Kintaro entwickelt wurde – nämlich steile Sportklettereien – ist die Sohle genau richtig. Für Reibungsschleichereien und komplexe Boulder sind andere Schuhe jedoch besser geeignet. Die Vorteile der steifen Sohle – ermüdungsfreies Stehen auf kleinen Tritten und Langlebigkeit – überwiegen.

Natürlich stellt sich noch die Frage, für welche Spielart des Kletterns der Schuh sich am besten eignet? Meiner Meinung nach ist der Kintaro am besten für das Outdoor Sportklettern geeignet. Jedoch werden auch ambitionierte Hallenkletterer im Routenbereich auf ihre Kosten kommen, da er wirklich gut steht und eine gute und bequeme Passform besitzt. Für ambitionierte Boulderer gibt es Schuhe die besser für den Einsatzbereich geeignet sind.
 
Fazit

Der Kintaro ist ein perfekt verarbeiteter High-End Kletterschuh für steile Sportklettertouren sowohl Draußen am Fels als auch in der Halle. Die Zenith Sohle hat sehr gute Reibungswerte und ist dabei noch sehr langlebig. Die Schuhspitze arbeitet sehr gut, kleinste Unebenheiten im Fels können ohne größere Anstrengung angetreten werden – auch dank der relativ steifen Sohle die zudem ein ermüdungsfreies Steigen erlaubt. Für Boulderer ist der Schuh nur bedingt geeignet, da hier mehr Sensibilität gefragt ist. Der Schuh ist aufgrund der gepolsterten Zunge und der guten Verarbeitung recht komfortabel. Achtet bei Auswahl der richtigen Größe darauf, dass der Schuh wirklich eng an den Seiten des Fußes anliegt und die Ferse ohne Spielraum im Schuh verankert ist – dann hast du die perfekte Waffe für viele neue Projekte.

- Text by Marinus

Dienstag, 3. Januar 2012

Simond - Bobcat Grödel



Auf einen Blick 

Hersteller: Simond - Chamonix since 1860 

Art: Grödel, 6-Zacker

Einsatzbereich: Winterwanderungen, vereiste Wege, Firnfelder

Highlights:
- weiter Einsatzbereich 
- Antistollplatten und Transporttasche inklusive
- Universalgröße für alle Schuhgrößen
- geringes Gewicht von 470g und kleines Packmaß

Preis- / Leistungsverhältnis: gut 

Erhältlich bei: VerticalExtreme

Testbericht

Simond Bobcat Grödel
Ich habe mir das Simond Grödel besorgt, damit ich auch im Winter in den Bergen wandern kann. Nachdem ich mir im Internet einen Überblick über die verschiedenen Varianten verschafft hatte, fiel meine Wahl auf das  Simond Produkt. Im Laden konnte ich mich dann von der Richtigkeit meiner Wahl überzeugen. Das Grödel macht einen soliden Eindruck, bei dennoch geringem Gewicht. In der Mitte unter dem 2mm Eisen ist eine Gummiplatte befestigt, damit sich kein Schnee zwischen Schuh und Grödel einklemmt. Kurzum, nahm ich das „Mini Steigeisen“ mit heim, um es ein paar Tage später zu testen.
  
Simond Bobcat Grödel
Also ging es dann 2 Tage später auf zu einer kleinen Bergwanderung. Der Anmarsch wurde, dank eines ebenen Weges, noch ohne Grödel bewerkstelligt.

Als es dann jedoch bergan ging, wurde schnell klar, dass hier sicherer Tritt nötig ist. Also wurde schnell das Grödel angeschnallt. Zuerst ein etwas seltsames Gefühl, doch man gewöhnt sich recht schnell an das Gehen mit den Eisen. Vor allem im tiefen Schnee merkt man nichts mehr von dem Grödel. Eigentlich wären auf der Route Schneeschuhe angebracht gewesen, doch die hatte ich daheim gelassen, bei uns lag schließlich kein Schnee. So war ich froh, dass ich wenigstens das Grödel dabei hatte, was sich später noch bewähren sollte, als der Schnee tiefer wurde.

Als es später an den Abstieg ging, bewährten sich die Eisen ein weiteres Mal. Kein Rutschen auch auf vereistem Untergrund. Auch auf Abschnitten, auf denen kein Schnee lag, war ich froh, die Eisen zu haben. Der aufgeweichte Boden war stellenweise sehr locker und rutschig.
  
Fazit

Ich kann das Simond Grödel nur weiter empfehlen. Man gewöhnt sich sehr schnell an das Gehen mit den Eisen, das bisschen Mehrgewicht fällt kaum auf. Dank der Antistollplatten hat sich kein Schnee zwischen Schuh und Eisen gesetzt. Auch haben sich die Eisen nicht gelockert, so dass man ständig die Gurte nachziehen muss. Einfach Eisen anlegen und loslaufen!

Transporttasche Simond Bobcat Grödel
Lobend zu erwähnen wäre noch die Tasche, die man mit den Eisen bekommt, sie bietet genug Platz, um die Eisen auch mit kalten Fingern und vereisten Gurten wieder sicher zu verstauen.

- Text by Marco

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Simond - Anaconda Cup

Auf einen Blick 

Hersteller: Simond - Chamonix since 1860 

Art: Eisgerät, Eisaxt 

Einsatzbereich: Eiswände, Alpinismus, Hochalpin, Wasserfallklettern 

Variationen: Erhältlich mit Schaufel oder Hammer oder als abgespeckte Light Version fürs reine Eisklettern 

Highlights:
- weiter Einsatzbereich - super Allroundgerät
- extrem guter Biss
- geringes Gewicht von nur 555g (mit Schaufel) 

Preis- / Leistungsverhältnis: sehr gut 

Erhältlich bei: VerticalExtreme


Testbericht
Simond Anaconda Cup
Ich benutze das Simond Anaconda Cup seit 3 Jahren sehr intensiv. Das Eisgerät ist mein ständiger Begleiter bei allen erdenklichen Touren zu jeder Jahreszeit. Als die Kaufentscheidung anstand, habe ich mir die Frage gestellt: "Was soll das Gerät können und welche Eigenschaften soll es haben?" Die Antwort darauf war nicht einfach zu finden... Nachdem ich bisher einen technischen Eispickel für anspruchsvolle Bergtouren und zwei Eisgeräte fürs Eisklettern und Eiswände im Einsatz hatte sollte es ein Gerät sein, dass alle Eigenschaften in sich vereint. Leicht genug, um es auch längere Zeit umherzutragen, flexibel genug für einen schnellen Hauenwechsel im Notfall und zugleich guter Biss und eine kleine Handauflage fürs Eisklettern bis maximal Schwierigkeit WI 5 (längere senkrechte Passagen). Nach langem Hin und Her, Ausprobieren diverser Gerät von Kletterpartnern und Testen im Laden, fiel meine Wahl schlussendlich auf das Eisgerät der französischen Hardwareschmiede Simond aus Chamonix. (Zur Debatte standen noch das Petzl Quark, das Grivel Matrix und das Black Diamond Viper.) Ich habe diese Wahl nie bereut und kann die bissige Anaconda nur jedem ans Herz legen, der sich nicht auf eine Spielart wie z.B. Eisklettern spezialisieren will, sondern damit das ganze Jahr am Berg aktiv sein möchte. Ich werde euch im folgenden meine Erfahrungen in den verschiedenen Einsatzbereichen schildern:

Anspruchsvolle Hochtouren, Alpinismus
Simond Anaconda Cup - Handauflage
Beim Einsatz bei anspruchsvollen Hochtouren sollte ein Pickel wenig Gewicht auf die Waage bringen und dabei trotzdem sehr stabil sein, als Steckpickel einsetzbar sein und vielseitg zu Greifen sein. Das Anaconda Cup erfüllt die beiden ersten Kriterien mit Bravour. Die Ausführung mit Schaufel wiegt nur 555g, die Ausführung mit Hammer 595g. Spezielle Eispickel für anspruchsvolle Hochtouren, wie der Petzl SumTec, kommen im Vergleich dazu auf etwa 500g - bei einem deutlich schmälerem Einsatzbereich. Es gibt zwar leichtere Eispickel mit nur an die 300g - deren Schaft ist jedoch ausnahmslos Typ B. Der Schaft des Anacondas erüllt die Richtlinien eines Typ T Schaftes, der deutlich höhere Bruchwerte aufweist wie sie z.B. bei einer Sicherung über den Eispickel auftreten können. Für weiterführende Informationen empfehle ich folgenden Link: http://www.rother.de/pdf/_376336031X_joker.pdf
Das Simond Anaconda Cup hat am unteren Ende des Schafts ein fixe Handauflage. Diese ist für meinen Geschmack genau richtig dimensioniert. Die Verwendung des Eisgeräts als Steckpickel ist in fast allen Situationen noch gut möglich, ich hatte hier nie Probleme. Es ist jedoch denkbar, dass bei sehr hartem Firn der Schaft nicht mehr versenkt werden kann - in solchen Situationen wechsle ich jedoch eh zum Einsatz des Geräts als Eisgerät und arbeite mit der Haue. Der Griff des Geräts ist im unteren Drittel gummiert und greift sich dort enorm gut und sicher. Will man höher greifen, fasst man das Gerät am besten an der Krümmung des Schaftes mit den Rillen - aufgrund der Griffposition genau an der Krümmung hält man sich auch hier noch recht sicher - der Komfort ist aber nicht zu vergleichen mit einem Pickel mit komplett gummiertem Schaft, wie dem Petzl Summit. Da ich aber nicht im senkrechten Gelände kürzer greifen muss, sondern nur im mäßig steilen Gelände, ist ein guter Grip und Sicherheit beim Klettern immer gegeben. Optional gibt es einen nachrüstbaren Trigger, der noch mehr Griffmöglichkeiten ermöglicht.

Eiswände
Simond Anaconda Cup - Handschlaufe
Eiswände sind das heimische Biotop der Anaconda. Das Gerät ist von der ganzen Geometrie mit dem leicht gekrümmten Schaft perfekt auf mittelsteiles bis steiles Gelände (50-80 Grad) abgestimmt. Ein wichtiges Kriterium bei einem Eisgerät für Eiswände ist die schnelle Auswechselbarkeit der Haue im Fall der Fälle. Ist diese nicht gegeben oder nicht praktikabel, kann ein Bruch der Haue zu verheerenden Situationen führen. Der beste Schutz ist natürlich noch immer ein kleines Drittgerät mitzunehmen, wie es in manchen Lehrbüchern noch immer empfohlen wird - doch dann ist der Vorteil des leichten Gepäcks natürlich dahin. Das Anaconda Cup kommt mit einem gut durchdachten Wechselsystem. Mit der Haue des zweiten Eisgerät werden die groß dimensionierten Schrauben am Kopf des Schafts gelöst und die Haue kann gewechselt werden. Die Schrauben müssen dabei nur nur ein wenig aufgeschraubt werden - so wird dem Verlust der Schrauben vorgebeugt und auch das Einlegen der neuen Haue geht schnell von der Hand. Es empfiehlt sich aber dringend - wie bei jedem anderen Eisgerät auch - das Wechseln der Haue zuvor mit Handschuhen zu üben und, als unbedingte Voraussetzung, eine Ersatzhaue griffbereit zu haben (ganz unten im Rucksack ist eher unpraktisch). Ein weiterer wichtiger Punkt beim Klettern in einer langen Eiswand ist eine gute, komfortable Handschlaufe, mit der viel Gewicht von den Händen auf das Handgelenk verlagert wird, was ermüdungsfreies Klettern auf lange Sicht erst ermöglicht. Zudem soll die Hand schnell aus der Schlaufe befreit werden können, um z.B. Eisschrauben zu drehen, zu sichern usw. Die Simond Handschlaufe erfüllt all diese Aufgaben mit Bravour. Leider ist sie nur kompatibel zu Simond Geräten, da die Schlaufe mithilfe eines eisernen Bolzen, der oben am Schaft angebracht ist, befestigt wird. Die Handschlaufe ist gut gepolstert und trägt bei Bedarf auch mal das komplette Körpergewicht, ohne das es einem die Blutzufuhr abschneidet. Zugleich ist sie aber nicht zu dick, um unhandlich zu sein. Um sich aus der Handschlaufe zu befreien hat man gleich zwei Möglichkeiten. Einmal öffnet man den breiten Klettverschluss direkt am Handgelenk und ist dann völlig frei vom Gerät oder man entfernt mit einem Handgriff die komplette Handschlaufe indem man den Eisenbolzen am oberen Schaft des Geräts in das Gerät drückt und die Lasche dann nach oben zieht. Dies funktioniert - aber nicht perfekt. Man braucht etwas Übung und die ganze Sache geht auch etwas hakelig. Mit dünnen Handschuhen gut... mit dicken keine Chance. Das wieder Einrasten klappt hingegen perfekt.

Eisklettern
Simond Anaconda Cup
In den Läden gibt es unzählige, hoch technisierte Spezialgeräte ganz speziell zum steilen Wasserfallklettern. Für jemanden, der zwar so oft wie möglich auch im Winter unterwegs ist, aber nicht unbedingt freistehende, senkrechte Säulen klettern möchte, muss es aber nicht so eine Wunderwaffe sein, um glücklich zu werden. Das Anaconda Cup ist für Eisklettereien bis zum Schwierigkeitsgrad WI 4-5 geeignet. Für steilere Sachen ist das Gerät zu wenig gekrümmt und die Handauflage ist zu klein. (Man wird sich also oft die Finger am Eis anschlagen und muss viel Kraft aufwenden.) Wer es aber gemäßigt mag und überwiegend in WI 4 Eisfällen unterwegs ist, der wird mit dem Simond vollauf zufrieden sein. Besonders hervorzuheben im harten Wassereis ist die unglaubliche Bissigkeit des Geräts - dies liegt an der speziellen Geometrie. Die Haue ist komplett in den Schaft integriert und der Schaft kommt mit einer speziellen Einkerbung im mittleren Teil (siehe Bilder). Die Vibrationen des Geräts werden somit minimiert und dabei die Stabilität erhöht. Obwohl das Gerät sehr leicht ist, entwickelt sich beim Schlagen ein super Zug - auch ohne Gewichte am Kopf wie bei anderen Geräten. Nachfeilen ist kein Problem. Ich klettere in Eisfällen gerne ohne Handschlaufen, was mit dem Anaconda keinerlei Problem darstellt. Die Handauflage kann natürlich nicht mit der ausgefeilten Konstruktion eines Petzl Nomic mithalten, ist aber völlig ausreichend wenn es nicht die ganze Zeit über senkrecht ist. Für das Klettern mit Handschlaufe gilt natürlich das gleich wie oben im Punkt "Eiswände" beschrieben. Für Gewichtsfetischisten ist vielleicht noch wichtig, dass Schaufel und Hammer für noch weniger Gewicht entfernt werden können. Optional kann noch ein Trigger am Schaft befestigt werden den manche Eiskletterer zu schätzen wissen. Die Haue ist extrem bissig und kommt mit jedem Eis zurecht. Erwähnenswert ist, dass es nur eine Art Haue für das Gerät gibt. Die montierte Haue ist, wie das ganze Gerät ein guter Allrounder und macht überall eine gute Figur. Das Montieren einer speziellen Mixed Haue, einer Haue für hartes Wassereis oder ähnliche spezielle Situationen ist nicht möglich. Der Eine wird es mögen, der Andere nicht.

Fazit
Das Simond Anaconda Cup ist das perfekte Allroundgerät für den vielseitigen Alpinisten und für jene, die sich alle Möglichkeiten offen halten wollen. Der bevorzugte Einsatzbereich sind anspruchsvolle Hochtouren, Alpinismus und Eiswände. Aber auch beim Eisklettern macht das Gerät eine gute Figur. Man ist immer wieder erstaunt, wie präzise und mit wie wenig Kraft man mit diesem Gerät schlagen kann. Die Verarbeitung und die Langzeitqualität sind perfekt. Die Hardwarespezialisten Simond vom Fuße des Mont Blanc haben damit ein sehr ausgereiftes Gerät im Sortiment, das sich nicht hinter großen Marken, wie Petzl, Grivel oder Black Diamond verstecken muss.

Samstag, 8. Oktober 2011

La Sportiva – Wild Cat GTX


Auf einen Blick

Hersteller: La Sportiva

Produkt-Art: Laufschuhe, Mountain Running

Jahreszeit: Ganzjährig

Funktionalität: Bergläufe, Geländeläufe und Jogging

Produkt-Design: Erhältlich in unterschiedlichen Farben, sticht hervor durch die Netzkonstruktion. 

Produkt-Highlights:
- Hoch Atmungsaktiv
- Sehr leicht
- Gutes Dämpfungssystem

Preis- / Leistungsverhältnis: Gut

Erhältlich bei: VerticalExtreme

Testbericht

La Sportiva – Wild Cat GTX
Ein Blickfang sind die Wild Cat GTX von La Sportiva auf jeden Fall, nicht verwunderlich, gutes Schuhdesign wurde den Italienern in die Wiege gelegt. Doch können die Wild Cat GTX auch in der Leistung überzeugen? Um das herauszufinden habe ich mir ein Paar geholt und bin mit ihnen in die Berge gegangen. Auf dem Programm stand die Pyramidenspitze im Zahmen Kaiser. Ich denke die Strecke ist für diese Zwecke gut geeignet, verfügt sie doch über fast sämtliche Geländearten, denen man in den Bergen als Läufer begegnet.

La Sportiva – Wild Cat GTX
Die Besonderheiten des Wild Cat GTX, die ihn von anderen abheben, liegen sicherlich in der stabileren Sohle, dem durchgehenden Netzschaft und der starken Dämpfung. Im Vergleich zu seinen meisten Kontrahenten besitzt er wenig Gummiverstärkung an den Seiten, dies begünstigt natürlich die hohe Atmungsaktivität. Ganz ohne Schutz ist er jedoch nicht, der Frontschutz für die Zehen leistet ganze Arbeit, selbst in Geröllfeldern kann man sich mit ihm noch sicher bewegen. Seinen Namen hat der Wild Cat GTX von La Sportiva bestimmt von seiner Sohle erhalten. Hier ist der Name Programm, seine "Zähne" beißen sich tatsächlich in das Gelände wie eine Wildkatze in ihr Opfer. Gerade auf Waldboden bis hin zu mittel-groben Geröll spielt er seine volle Stärke aus. Vielleicht ist es am besten wenn ich die Eigenarten des Wild Cat GTX anhand der unterschiedlichen Geländearten durchgehe.

Teer – Dieser Untergrund kommt der starken Dämpfung gut entgegen, Gelenke werden vor häufigen, starken Erschütterungen geschützt. Jedoch gibt es hierfür natürlich spezielle Schuhe, auch werden auf Teer die roten Profilrippen stark abgenutzt und somit verliert der Wild Cat seine gute Leistung im "wilden" Gelände.

Forstweg und Wiese – Man könnte sagen, dass der klassische Forstweg sein Revier ist und man spürt förmlich das er hier zu Hause ist. Perfekte Griffigkeit durch die gezahnte Sohle, besonders das Abstoßen wird dadurch sehr effizient. Der Auftritt-Schock wird super durch die Dämpfung absorbiert. Auch auf wurzeligem Gelände merkt man wie der Wild Cat GTX sich in den Boden krallt um dem Läufer ein Maximum an Stabilität herauszuholen.

La Sportiva – Wild Cat GTX
Geröll – Vorweg, dafür ist der Schuh nicht gebaut worden, dennoch führte meine Teststrecke durch ein breites Geröllfeld. Also will ich euch sein Verhalten in dem Gelände nicht vorenthalten. Bewegt man sich in einem Geröllfeld nach oben, kann man sagen, dass der Schuh noch ganze Arbeit leistet. Jedoch ist dieser Schuh nicht annähernd so steif wie ein Bergschuh was mehr Muskelarbeit erfordert. Auf dem Heimweg runter wird es dann richtig unangenehm. Größere Steine die einem ins Gehege kommen können durch die fehlende robuste Oberfläche an den Seiten Verletzungen bewirken. Das leichte Netzmaterial bietet kaum Schutz. Somit meine ich, dass eine kurze Passage eines Geröllfeldes kein Problem darstellt und man diese ganz passabel überwinden kann. Bitte aber vorsichtig!

Fels – Überraschend griffig, ich konnte mit den Wild Cat GTX den kompletten Klettersteig vollenden. Natürlich mit dem Manko der fehlenden Steifigkeit eines Bergschuhs. Klar, auch hierfür ist dieser Schuh nicht gedacht gewesen. Es ist aber der Beweis, dass dieser Schuh in ebenen, felsigen Passagen einer Strecke ganz hervorragend funktioniert.

Schnee - Bisher konnte ich den Schuh aus Mangel an Schnee keinem Test unterziehen. Ich reiche diesen in kürze nach.

Erwähnenswert finde ich auch, dass der Wild Cat GTX die Füße nach einem ganzen Tag laufen ohne Schmerzen entlässt. Ich vermute, dass dies hauptsächlich an der guten Dämpfung sowie der leichten Bauweise liegt. Der Schuh kann sich somit perfekt an die Fußform anpassen und verhindert somit auch leichte Druckstellen.

Empfehlung

Der Wild Cat GTX deckt eine breite Kundengruppe ab. Mit diesem Schuh werden Gelegenheitsläufer die hauptsächlich auf leichten Forstwegen unterwegs sind genauso glücklich sein wie ambitionierte Trailläufer die raues Gelände ihr Zuhause nennen. Preis / Leistung ist meiner Meinung nach in Ordnung und da solche Schuhe gesellschaftsfähig sind, kann man sie auch für viele andere Freizeitaktivitäten tragen.

Wichtiger Kauftipp, probiert diesen Schuh unbedingt im Laden an, sie fallen klein aus, ich musste mir diese Schuhe eine Größe größer kaufen als normal.


Dienstag, 20. September 2011

Beta Climbing Design – Betastick

Auf einen Blick

Hersteller: Beta Climbing Design

Produkt-Art: Clipstick

Jahreszeit: Eignet sich für jede Jahreszeit

Funktionalität: Clipstick zum (Vor-) Einhängen des Seils vom Boden aus

Produkt-Design: Erhältlich in drei Längen sowie eine kompakte Variante für die Reise

Produkt-Highlights:
- leichte Anwendung
- auch zum Putzen von Griffen geeignet
- in der "Technical" Version extrem kompakt und leicht

Preis- / Leistungsverhältnis: ist sein Geld wert

Erhältlich bei: VerticalExtreme

Testbericht

Fast jeder Kletterer hat ihn sich in der ein oder anderen brenzligen Situation schon gewünscht... wenn einem der erste Haken erst fünf Meter über dem Boden entgegen blinkt, eine schwere Boulderstelle den Weiterweg in die letzten Kletterzüge verwehrt oder ein weiter Hakenabstand die Nerven streiken lässt. In genau einer solchen Situation spielt der Clipstick seine Stärken aus. Mit ein paar schnellen Handgriffen hängt das Seil zusammen mit der Exe oben im Haken und die Stelle kann stressfrei im Toprope geklettert werden. Erntet man dafür in manchen Gegenden noch kritische Blicke möchte man den "Cheaterstick", wie er früher genannt wurde, bald nicht mehr missen. Wie der Spickzettel in der Schule gibt er einem das gute Gefühl im Ernstfall vorbereitet zu sein - auch wenn er dann nicht zum Einsatz kommt.

Ich habe mir den Clipstick in der Ausführung Compact geholt und über das ganze Jahr ausgiebig getestet. Die Anwendung ist sehr einfach und intuitiv - mehr dazu in unserem Video. Negatives gibt es weniges zu berichten, ein bekanntes Manko ist jedoch, dass der Clipstick nicht mit jeder Expresse zusammen arbeitet. Ältere Modelle mit sehr dickem Schnapper oder den ein oder anderen Drahtbügelschnapper verweigert das Gerät. Ein weitererer Kritikpunkt ergibt sich aus der Instabilität des Clipsticks wenn er komplett ausgefahren ist. Das Ganze wird dann unter Belastung mit eingehängter Exe und Seil sehr wackelig und es kann ein Geduldsspiel werden, die Exe in die Hakenöse zu manövrieren. Es empfiehlt sich daher bei Auswahl der Länge eher eine Nummer größer zu nehmen - etwa 50cm sollte man von der maximalen Länge abziehen um den Clipstick komfortabel verwenden zu können.

Was auch einwandfrei funktioniert ist das komplette Einhängen einer Tour von unten. Man hängt dabei den ersten Haken vom Boden aus ein, bindet sich in das Seilende und zieht sich am anderen Ende selbst bis zum ersten Haken hinauf. Anschließend fixiert man sich mit der Selbstsicherung im Haken und hängt mit der gleichen Methode den nächsten Haken ein, so lange bis man den Umlenker erreicht. Natürlich muss dieses Vorgehen mit dem Sicherungspartner koordiniert werden, um in jedem Augenblick gesichert zu sein.

Eine weitere Funktion des Clipsticks ist das Putzen von weit entfernten Griffen und Tritten. Im Lieferumfang ist nämlich eine M16 Griffbürste enthalten, die mit einem Klettband am Kopf des Clipsticks befestigt werden kann. Meiner Meinung nach ist diese Funktion allerdings nicht ganz ausgereift, da man gerade im weit ausgefahrenem Zustand zu wenig Druck auf die Bürste bekommt und auch die Koordination nicht ganz einfach ist.

Um euch die Anwendung des Clipsticks näher zu bringen haben wir ein kurzes Video gedreht, das euch den Einsatz in der Praxis näher bringen soll:


Empfehlung

Der Clipstick ist auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung der Kletterausrüstung gerade für Projektkletterer, Anfänger und Gelegenheitskletterer. Onsightkletterer oder Alpinkletterer werden eher die Nase rümpfen. Ich empfehle euch zur Ausführung Standard zu greifen, diese bietet mit einer maximalen Länge von 3,66m und einem Packmaß von 84cm den perfekten Kompromiss. Leute, die oft mit dem Flugzeug in exotische Klettergebiete unterwegs sind, schätzen den Betastick Technical der nach dem Prinzip eines Zeltgestänges funktioniert und bei einem Packmaß von nur 54cm eine maximal Länge von 2,85m bietet.

Mittwoch, 14. September 2011

Tendon – Master 7,8 mm

Auf einen Blick

Hersteller: Tendon

Produkt-Art: Halb- und Zwillingsseil

Jahreszeit: Eignet sich für jede Jahreszeit

Funktionalität: Kletterseil für viele Anwendungsbereiche, insbesondere alpines Klettern, Bergsteigen, Mixed Terrain

Produkt-Design: Erhältlich in unterschiedlichen Längen, mit und ohne Imprägnierung. 

Produkt-Highlights:
- Enorm leicht
- Zulassung als Halb- und Zwillingsseil
- (Nur in der Imprägnierten Version) Hochwertige Imprägnierung

Preis- / Leistungsverhältnis: Hervorragend

Erhältlich bei: VerticalExtreme

Testbericht

Wer auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau unter den leichten Seilen ist, wird sicher schon das Master 7.8 von Tendon gefunden haben. Es verspricht enorme Leistung bei enormer Leichtigkeit. Aber ist das möglich? Wir haben das Seil getestet für all jene die noch am überlegen sind ob sie den Kauf wagen sollen oder nicht. Übrigens werde ich mich bei diesem Test auf das Handling, die Haptik und die Eigenarten des Seiles konzentrieren. Alle technischen Daten findet Ihr auf der Website von Tendon. Diese wurde wie immer oben unter Hersteller verlinkt.

Tendon – Master 7,8 mm

Ich habe mir für den Test das Master 7.8 in der 50 Meter Variante geholt, jeweils zweimal ohne Complete Shield - Complete Shield ist die Bezeichnung der Imprägnierung durch Tendon - und zweimal mit. Da Tendon für alle Seile die gleiche Imprägnierung verwendet, gelten die Aussagen über die Imprägnierung natürlich für alle Tendon Seile die diese Imprägnierung besitzen. Getestet wurden die Seile in mehreren Touren, im alpinen Gelände und in mixed Touren.
Die erste auffällige Eigenschaft, die einem bei der Seilarbeit auffällt, ist die Leichtgängigkeit des Tendon Master 7,8 mm. Zuerst dachte ich es liegt ausschließlich an den 7,8 mm, doch inzwischen bin ich mir sicher, dass auch die Oberflächenbeschaffenheit dazu beiträgt. Nun, ein Manko ist dies in meinen Augen noch nicht, man sollte sich aber bei einem Kauf darüber im klaren sein. Ich persönlich habe mich recht schnell daran gewöhnt und inzwischen schätze ich diese auf langen Touren erleichternde Eigenschaft. 

Geplant war es nicht, trotzdem durfte ich auch schon die Sturzeigenschaften des Seiles kennenlernen. Geschätzte 4 Meter ging es in die Tiefe. Der Fangstoß, der mich erwartete, war überraschend angenehm. Man merkte, dass das Master 7,8 mm von Tendon für alpines Gelände geschaffen wurde. Was nach dem Sturz dagegen kein Spaß mehr war, war der Versuch den gesteckten Achter zu lösen. Da alpine Stürze jedoch nicht der Regelfall seien sollten, zähle ich dies jetzt nicht als Manko auf. Wenn wir schon dabei sind: Leider neigt das Seil auch dazu, sich schneller zu verwurschteln. Ich führe das auch auf die dünne Beschaffenheit zurück. Kurz noch ein paar Worte zu den üblichen Problemzonen. Mantelverschiebung konnte ich bislang überhaupt nicht feststellen, auch kringelt es sich nicht, korrekte Handhabung vorausgesetzt.

Negative Erfahrung habe ich mit dem Seil im Granit gemacht, durch die dünne Beschaffenheit nutzt sich der Mantel sehr schnell ab. Wer also öfters im Granit unterwegs ist sollte sich lieber ein Seil mit einem dickeren Mantel zulegen.

Tendon – Master 7,8 mm
Zur Complete Shield Imprägnierung kann ich sagen, dass sie meiner Meinung nach zu den Besten in der Branche zählen. Von Tendon behandelte Seile weisen Schmutz und Wasser zuverlässig ab und das nicht nur die erste Zeit. Selbst meine in die Jahre gekommene Tendon Seile fühlen sich nach wie vor erstklassig an, was natürlich ein gigantischer Pluspunkt ist. Keinen Frage, man zahlt einen guten Aufpreis für die Complete Shield Varianten, die sind aber jeden Euro wert.

Natürlich hat auch das Master 7,8 mm, wie alle anderen Seile von der Marke Tendon, einen eingebauten Mikrochip der eine leichtere Identifizierung und Evidenz der durchgeführten Seilkontrollen und –überprüfungen ermöglicht.

Empfehlung

Ich für meinen Teil habe meine Liebe für die Tendon Seile entdeckt und freue mich jedesmal auf eine Tour mit ihnen: Leicht und leistungsfähig, ganz nach meinem Geschmack. Ich kann sie auch jedem erfahrenen Alpinisten und Kletterer ausdrücklich empfehlen, der auf der Suche nach einem Seil mit den Spezifikationen eines Tendon Master 7,8 mm ist. Anfängern hingegen kann ich dieses Seil nicht empfehlen, läuft es doch zu schnell und zu leicht durch die Sicherungsgeräte. Großartig sind die Vorteile der dünnen Beschaffenheit des Seiles. Es ist aber konzentrierte Sicherungsarbeit und eine gute Portion Erfahrung im Umgang mit den Tendon Master 7,8 mm gefragt.

Generell möchte ich an dieser Stelle noch eine Empfehlung für Tendon Seile aussprechen. Im Moment stimmt bei diesem Hersteller einfach alles, die gebotene Qualität und die fairen Preisen machen diese Marke zu einem echten Tipp.